Aktuelles > Presseberichte

Presseberichte

Für die Umwelt stempeln gehen

Mit einer Schnitzeljagd will das Energiebüro Bürger zum Umstieg aufs Fahrrad bewegen.

Das Waldenbucher Energiebüro setzt beim Thema Nachhaltigkeit nicht nur auf moderne Technologien, sondern auch auf Muskelkraft. Damit die Bürger der Schönbuchstadt das Auto öfter stehen lassen und aufs Fahrrad steigen, hat die städtische Energiemanagerin Natalia Roizenzon eine Radschnitzeljagd ausgearbeitet. Von Freitag, 15. Juli, bis Mittwoch, 31. August, kann man seinen körperliche Einsatz für die Umwelt dokumentieren und damit beim Marktplatzfest am 11. September attraktive Preise gewinnen. Beim Klimaschutz setzt die Stadt auf die Sammelleidenschaft der Waldenbucher. Auf einer Karte, die sich in ein praktisches Hosentaschenformat falten lässt, können die Pedaleure in den nächsten sechs Wochen Stempel sammeln. Das Logo auf der Vorderseite gleicht dem Angebot des Landkreises, das als Vorbild dient. „Die Schnitzeljagden im Rahmen der RadKultur haben mich auf die Idee gebracht“, verrät Natalia Roizenzon. Die Energiemanagerin hat daraus ein Waldenbucher Modell entwickelt, das dazu anregen soll, bei alltäglichen Besorgungen auf das Auto zu verzichten.

„Wir haben 18 Partner gefunden, die sich an unserer Aktion beteiligen“, sagt Roizenzon. Dazu gehören öffentliche Einrichtungen wie das Museum der Alltagskultur, das Hallenbad oder die Stadtbücherei. Aber auch Geschäfte und Gastronomen wie der SchokoLaden der Firma Ritter, der CycleStore auf dem Kalkofen, das Geschenklädle am Stadteingang, das Restaurant Burkhardtsmühle oder Haka Kunz an der Bahnhofstraße machen mit. „Die Anlaufstellen sind so verteilt, dass man auch schon mal den Berg hinauf oder hinunter fahren muss, um die Karte zu füllen“, erklärt die Energiemanagerin. Damit das Fahrrad während der Aktionswochen zum dauerhaften Begleiter wird, gilt folgende Regel: Pro Tag gibt es nur einen Stempel. „Ich hoffe, dass die Waldenbucher dadurch das Rad als gesunde und umweltfreundliche Alternative für Kurzstrecken entdecken“, sagt Natalia Roizenzon. Mitmachen kann jeder. Um den Aufwand für die Radler gering zu halten, hat die Stadt die Stempelkarten bereits Ende Juni an alle Haushalte in der Schönbuchkommune verteilt.

Auch beim Gewinnen gibt es keine allzu hohen Hürden. Die Preisklassen wurden gestaffelt. Wer drei bis sechs Stempel hat, landet im Lostopf der Kategorie Bronze. Mit 7 bis 10 Stempeln besteht die Aussicht auf einen Fahrradcomputer oder Helm. Ab elf Stempeln winkt ein Tablet als Hauptgewinn. Und wem die Puste schon bei drei Stationen ausgegangen ist, der darf auf einen Einkaufsgutschein von zehn Euro hoffen. Die Gewinner werden beim Marktplatzfest am 11. September 2016 ermittelt. Voraussetzung ist, dass die Stempelkarte bis zum 31. August um 16 Uhr an einer der verschiedenen Anlaufstellen oder im Energiebüro am Marktplatz abgegeben wurde. Läuft bei der ersten Waldenbucher Radschnitzeljagd alles rund, soll es im nächsten Jahr eine zweite Auflage geben. „Um die Sache noch spannender zu machen, wäre die Kooperation mit einer Nachbarkommune denkbar“, plant Natalia Roizenzon. 

Von Claudia Barner

Mit vereinten Kräften für den Klimaschutz

Die Energiemanager der benachbarten Städte laden zu einem lokalen Klimagipfel ein.

Filderstadt/Waldenbuch Klimaschutz geht jeden an. Um dieser Botschaft Nachdruck zu verleihen, haben sich die Städte Waldenbuch und Filderstadt zusammengeschlossen – und parallel zur Weltklimakonferenz in Paris die ersten lokalen Klimatage aus der Taufe gehoben. Das Programm haben die städtischen Energiemanager Natalja Roizenzon und Hannes Lauer zusammengestellt. Beide verfolgen ein gemeinsames Ziel: 'Wir wollen damit das Bewusstsein dafür wecken, dass jeder einzelne in seinem Umfeld viel bewegen kann.' Angesprochen Bürger in beiden Kommunen. Am 5. Dezember lädt Waldenbuch zum Klimatag. Am 9. Dezember ist Filderstadt an der Reihe. Natalja Roizenzon leitet seit dem 1. April das Waldenbucher Energiebüro. In Filderstadt wurde Hannes Lauer im Juni zum Klimaschutzbeauftragten berufen. Beide sind hoch motiviert ans Werk gegangen, haben aber in den vergangenen Monaten festgestellt: 'Es ist nicht einfach, die Bürger für unsere Themen zu motivieren.' Das soll nun mit vereinten Kräften und hochkarätigen Gästen - wie dem Journalisten, Fernsehmoderator und Buchautor Franz Alt gelingen. Um sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen, haben die Energieexperten beim heimischen Klimagipfel zwei Schwerpunkte gebildet. Beim Auftakt am 5. Dezember in Waldenbuch sind vor allem Kinder und Jugendliche angesprochen. Zwischen 13 und 15 Uhr dreht sich im großen Saal der Seniorenwohnanlage Sonnenhof alles um das Thema 'Upcyling'. Die Spezialisten des Repair-Cafés haben Prototypen aus Recycling-Material gebastelt, die in Workshops gemeinsam mit den Kindern nachgebaut werden sollen. Tüten mit Korken, mit Eierkartons, ausgemusterten Glühbirnen oder leeren Gläsern stapeln sich bereits im Büro von Natalja Roizenzon. 'Die Kinder haben die Wahl unter etwa zwanzig verschiedenen Angeboten in den Bereichen Schmuck, Deko oder Spielzeug', erklärt die Energiemanagerin. Um 16.30 Uhr schließt sich im Forum der Oskar-Schwenk-Schule eine Theateraufführung an, welche die Folgen des Klimawandels thematisiert. Dort findet an diesem Tag auch der Kunstwettbewerb zum Thema 'Zukunft mit dem Klimawandel - oder wie würdest Du die Welt retten?' mit der Prämierung der Grundschüler seinen Abschluss. Schülerinnen und Schüler der Waldenbucher Oskar-Schwenk-Schule und der Gotthard- Müller-Schule in Bernhausen hatten die Möglichkeit darzustellen, wie sie die Welt in 50 Jahren sehen. Die Kunstwerke schlagen den Bogen zum zweiten Teil des gemeinsamen Klimagipfels in Filderstadt. Wer am Mittwoch, 9. Dezember, um 19 Uhr den Weg in die Filharmonie in Bernhausen findet, kann in einer Ausstellung die Ergebnisse des Wettbewerbs bewundern. Die Preisverleihung für die älteren Schüler übernimmt der ehemalige 'Report'-Moderator Franz Alt. Er stimmt an diesem Abend mit einem Impulsreferat auf das Thema Energiewende und Klimaschutz ein.In der anschließenden Diskussionsrunde wird dann der Bogen von der Agenda des globalen Klimagipfels in Paris zu den konkreten Herausforderungen für die Bürger in Waldenbuch und Filderstadt geschlagen. Als weitere Podiumsgäste sind Volker Kienzlen, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, Professor Jörn Birkmann von der Universität Stuttgart sowie Hans Schipper, der Leiter des Süddeutschen Klimabüros, geladen.

Von Claudia Barner

Eröffnung des E-Büros

Eröffnung des E-Büros (v. l.: M. Gastel, N. Roizenzon, T. Walker, M. Rapp, M. Lutz)

Vergangenen Sonntag ist das neue Energie- und Klimaschutzbüro (E-Büro) der Stadt Waldenbuch in Verbindung mit dem diesjährigen Marktplatzfest offizielle eröffnet worden. Nach einer Eröffnungsrede von Bürgermeister Lutz ging es gemeinsam in das neue E-Büro, wo zahlreiche Informationsangebote für die Bürgerinnen und Bürger bereit standen. Zur Eröffnung erschienen auch von der Fraktion Bündnis 90/die Grünen die Landesvorsitzende Frau Thekla Walker, aus dem Kreisvorstand Frau Maria Rapp und der Bundestagsabgeordnete Herr Mathias Gastel.Das Angebot im E-Büro war unter dem Motto: „Klimaschutz zum Anfassen“ – und so konnten die Bürgerinnen und Bürger sowohl unterschiedlichen Dämmmöglichkeiten und Pellets ansehen und anfassen, als auch die Möglichkeiten der LED-Beleuchtung vergleichen. Beratend standen den über 70 Besuchern das Energieteam, die Lokale Agenda und Frau Roizenzon zur Seite. Eine Fotoausstellung zeigte bereits geleistete Bemühungen im Bereich Klimaschutz. Diese kann auch weiterhin im E-Büro angeschaut werden. Nun kann die spannende Arbeit begonnen werden und der Klimaschutz in Angriff genommen werden! Die Tür des E-Büros steht Ihnen zu den gleichen Öffnungszeiten wie die Rathäuser offen.

Bei Fragen zum Förderprogramm der Stadt Waldenbuch steht Ihnen Frau Roizenzon (07157/1293-38) gerne zur Verfügung.

Stadtnachrichten Waldenbuch

Earth Hour – Waldenbuch schaltet das Licht ab

Am 19. März hat zum 10. Mal die, von der WWF initiierte, Earth Hour stattgefunden und Waldenbuch war mit dabei!



Millionen Menschen haben weltweit zur gleichen Zeit für eine Stunde das Licht ausgeschaltet. Unzählige Gebäude und Sehenswürdigkeiten in tausenden Städten sind erneut 60 Minuten lang im Dunkeln versunken– als globales Zeichen für den Schutz unseres Planeten. Earth Hour ist eine globale Gemeinschaftsaktion, die nachwirkt: Die Aktion motiviert weltweit Millionen Menschen dazu, umweltfreundlicher zu leben und zu handeln – weit über die sechzig Minuten hinaus.  Dieses Jahr war Waldenbuch zum ersten Mal dabei und schaltete die Beleuchtung des Schlosses, des Landesmuseums und der Oskar Schwenk Schule von 20:30 Uhr bis 21:30 Uhr ab. Neben unserer Stadt beteiligten sich weltweit über 7.000 Städte in 178 Ländern.

Ebenso beteiligte sich die EineWelt-Gruppe Waldenbuch an der Aktion. Während einer Veranstaltung zum Thema „Fluchtursachen bekämpfen – in der Not helfen“ wurde auch hier das elektrische Licht durch Kerzen ersetzt und damit auch die Brücke zum Thema Klimaflucht geschlagen.


Stadtnachrichten Waldenbuch

Klimaschutz made in Waldenbuch: Volle Kraft voraus

Natalja Roizenzon ist seit 1. April als Energiemanagerin der Stadt am Start – Breit gestaffeltes städtisches Förderprogramm zum Energiesparen wird aufgelegt

Waldenbuchs neue Energiemanagerin Natalja Roizenzon und der ehrenamtliche Leiter des Energieteams, Manfred Buddrus, bringen viel Schwung in die Bemühungen, die Kleinstadt zu einer Vorbildstadt in Sachen Klimaschutz zu machen. Für alle Einwohner wird ein Fördertopf zum Energiesparen aufgelegt. Voraussichtlich zum 1. Juni wird die Energiemanagerin in das Ladengeschäft am Marktplatz 6 einziehen (im Foto hinten links) und dort Beratungen anbieten: „Die Hemmschwelle mich aufzusuchen, wird dann ganz gering sein“, freut sie sich. Foto: Martin Müller

Volle Kraft voraus für den Klimaschutz in Waldenbuch: Seit dem 1. April ist die neue Energiemanagerin der Stadt, Natalja Roizenzon, am Start. Und ein breitgefächertes städtisches Förderprogramm zum Energiesparen wird aufgelegt.

Fast zwei Jahre lang herrschte Stillstand bei den Bemühungen, den Klimaschutz in der zertifizierten Energiesparstadt Waldenbuch entsprechend den Richtlinien des european energy award (eea) weiter voranzutreiben. Denn die Stelle des Energiemanagers konnte nicht besetzt werden. Doch jetzt wird der Turbo angeworfen. Seit Monatsbeginn ist die neue Energiemanagerin Natalja Roizenzon am Start – drei Jahre lang auf einer 100-Prozent-Stelle, die zu 65 Prozent aus einem Topf des Bundesumweltministeriums finanziert wird. Zurzeit beim Stadtbauamt im ersten Stock des Neuen Rathaus anzutreffen, hat die 26-Jährige sich ein vielfältiges Aufgabenspektrum vorgenommen. Nach den Plänen, die am Dienstag im Waldenbucher Gemeinderat einstimmig abgesegnet wurden, wird die Stadt in bester Lage direkt am Marktplatz die Ladenfläche der Hausnummer 6 anmieten, für 450 Euro inklusive Nebenkosten pro Monat – einen Katzensprung vom Rathaus entfernt. Dort drinnen wird Natalja Roizenzon dann feste Sprechzeiten anbieten und die Öffentlichkeitsarbeit in Sachen Klimaschutz hochfahren: „Die Hemmschwelle soll ganz gering sein“, freut sie sich, „es ist toll, so etwas zu haben.“ Überhaupt ist sie begeistert, in Waldenbuch auf hoch motivierte Menschen zu treffen, die den Boden bereits beackert haben und es ernst meinen mit dem Klimaschutz: „Dann macht die Arbeit gleich noch viel mehr Spaß, das beflügelt!“ In der Tat: Auch das Energieteam der Lokalen Agenda rund um Manfred Buddrus nimmt nun wieder Fahrt auf, bekommt die zweite Luft und wird der Energiemanagerin zuarbeiten. Vor dem Gemeinderat erörterte der Leiter des Energieteams, der auch schon die erfolgreiche Zertifizierung mit dem Energy Award in Silber federführend vorangetrieben hatte, Pläne, wonach ein neues Waldenbucher Förderprogramm aufgelegt werden soll: Es soll die Bürger zum Energiesparen ermuntern und zur Reduktion des häuslichen CO2-Ausstoßes. In guter Erinnerung ist das städtische Programm zum Austausch alter Heizungspumpen, die als wahre Energieschleudern in den Heizungskellern stehen: „Wir haben 50 Euro pro Pumpe zugeschossen und insgesamt 350 Pumpen in Waldenbuch austauschen können“, teilt Buddrus auf Nachfrage der KRZ mit: „Damit haben wir nicht nur den CO2-Ausstoß reduziert, sondern auch bei örtlichen Handwerkern ein Umsatzvolumen von 150 000 Euro generiert.“

Kühlschränke, LED-Leuchtmittel, Heizungspumpen, Gasanschlüsse

Aus dem damals mit 100 000 Euro bestückten Fördertopf wurden aber nur 19 000 abgerufen, sodass nun weitere 81 000 Euro als Haushaltsreste übertragen und als städtische Fördermittel neu aufgelegt werden können. Die Sache wird umso lukrativer, weil es das städtische Bonusprogramm oben drauf gibt – zusätzlich oder unterhalb von zahlreichen Fördermitteln, die durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) angezapft werden können. Es gehört zum Waldenbucher Programm dazu, auch über die Vielzahl an überörtlichen Fördermöglichkeiten mit zu informieren. Vor allem aber soll im Einzelfall aufgezeigt werden, was sich wo genau am ehesten rechnet und am besten verwirklichen lässt. Für ein ganzes Spektrum an Energiesparmaßnahmen soll es Fördermittel aus dem städtischen Zuschusstopf geben: Zunächst gibt es eine kostenlose Erstberatung durch die Energiemanagerin. Bezuschusst wird aber auch der zertifizierte Energie-Spar- Check, der zeigt, wo die größten Einsparpotenziale liegen. Weiterhin mit 50 Euro gefördert wird der Austausch von Heizungspumpen. Für den Austausch von Glühbirnen gegen LED-Leuchtmittel gibt es 50 Prozent vom Einkaufspreis, gedeckelt bei 50 Euro pro Haushalt. Wer seinen alten Kühlschrank ab- und einen neuen der Effizienzklasse A+++ anschafft, bekommt 100 Euro von der Stadt. Und wer sich einen Gasanschluss legen lässt, darf mit geschenkten 1500 Euro rechnen, als Netzbetreiber sitzt hier die EnBW mit im Boot. Eine Analyse des Ist-Zustandes durch das Energieteam vor drei Jahren hat nämlich ergeben, dass immer noch 65 Prozent aller Waldenbucher mit Öl heizen, ganze Wohnquartiere sind vom Gasnetz abgeschnitten. „Wir wollen erreichen, dass die Zahl der Haushalte mit Ölkesseln unter 50 Prozent fällt“, gibt Buddrus vor. Um aber nicht nur für gut betuchte Hauseigentümer interessant zu sein, sondern beispielsweise auch an Mieter oder finanziell schlechter gestellte Bürger heranzukommen, geht das Energieteam in Waldenbuch eine Kooperation mit der Caritas Böblingen ein, deren zusätzliche Unterstützung sich wiederum zu 100-Prozent aus Spenden finanziert. Sobald die Fördertöpfe der Stadt und der Caritas kombiniert werden können, gibt es den Energie-Spar-Check komplett umsonst – genauso wie LED-Leuchtmittel oder Wasserspar-Duschköpfe. „Klimaschutz betrifft doch jeden“, sagt dazu Natalja Roizenzon, und sie freut sich, dass mit dem doppelten Programm nun gezielt Geringverdiener erreicht werden können, die sich solche Investitionen ansonsten gar nicht leisten könnten. „Vom Hartz IV-Empfänger bis zum Direktor – unser Programm soll für alle interessant sein“, sagt Buddrus pointiert. Geplant ist, das Waldenbucher Programm über mehrere Jahre hinweg anzubieten. „Was schlecht läuft, lassen wir weg, was gut ankommt, bauen wir aus“, macht Buddrus klar, dass es sich um ein flexibles Instrument handelt, das sich an der konkreten Nachfrage ausrichten wird. Auch Flyer werden gedruckt und einzelne Veranstaltungen und Vorträge sollen angeboten werden. „Wir wollen Anreize schaffen, in die Energiewende vor Ort einzusteigen“, gibt Buddrus die Zielrichtung vor. „Im kleinen Maßstab fängt alles an“, pflichtet ihm Roizenzon bei: „Wichtig ist, das Bewusstsein fürs Energiesparen in die Köpfe zu bringen.“

Von Martin Müller

Energie sparen – mit viel Energie

Natalja Roizenzon ist seit April die Energie- und Klimaschutzmanagerin in der Stadt

Natalja Roizenzon ist eines wichtig: „Ich bin als Klimaschutzmanagerin nicht jemand, der mit dem erhobenen Zeigefinger auftritt.“ Denn auf die Umwelt zu achten, soll für die Bürger nicht negativ besetzt sein. Das sagt die 27Jährige, die Waldenbuch seit April 2015 auf Klimakurs bringt. Es sei in Ordnung, wenn man mal in den Urlaub fliege. Die studierte Geografin Roizenzon möchte die Bewohner der Stadt lieber motivieren. „Man kann viele kleine Dinge im Alltag ändern.“ Dazu gehöre beispielsweise, kurze Wege zu gehen oder statt dem Auto das Rad zu nehmen. Wer seltener Fleisch isst, leistet einen Beitrag dazu, dass weniger Tiere klimaschädliches Methan in die Umwelt abgeben. Und außerdem könne man Energie sparen, wenn man die Heizung so einstelle, dass es in der Wohnung nur 20 bis 21 Grad warm wird. „Das sind schon riesige Beiträge zum Klimaschutz“, fasst Roizenzon zusammen. Sie selbst leistet noch einen größeren Beitrag, indem sie in ihrer Wohnung in Bad Cannstatt Ökostrom nutzt und von dort jeden Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit nach Waldenbuch fährt. Denn auch wenn sich das Klima global ändert, müssten die Menschen in den Städten und Dörfern weltweit etwas tun, damit die Temperatur auf dem Planeten nicht noch stärker ansteigt.

Roizenzon hat darum im Dezember parallel zur UN Klimakonferenz in Paris gemeinsam mit ihrem Filderstädter Kollegen Hannes Lauer den „Ersten Filderstädter und Waldenbucher Klimagipfel“ ins Leben gerufen. „Das entstand als spontane Idee, weil wir die Leute darüber informieren wollten, was jeder von uns tun kann.“ Anfangs seien sie unsicher gewesen, ob genügend Bürger Interesse daran haben. Im Nachhinein ist Roizenzon sehr zufrieden. „Zur Diskussionsrunde mit Franz Alt kamen 170 Besucher“, sagt Roizenzon. Die Veranstaltung war zwar in der Filharmonie in Bernhausen, sie hat sie aber gemeinsam mit Lauer organisiert. „Wir haben alles gemeinsam geplant und umgesetzt“, sagt Roizenzon. In Waldenbuch richteten sich die beiden Geografen an Kinder. „Wir haben einen Kinderklimatag angeboten und ihnen gezeigt, dass man alte Sachen nicht wegwerfen muss, sondern sie zu etwas Neuem aufwerten kann.“ Und so haben Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 16 Jahren gelernt, wie aus Kronkorken Ohrringe und Eierkartons Autos werden. Für Roizenzon sind die Kinder wichtig auf dem Weg zu einer nachhaltige ren Welt. „Wenn wir sie begeistern, werden wir das viel eher schaffen.“ Die Geografin ist mit dem Ergebnis der UN-Klimakonferenz teilweise zufrieden. „Es ist ein erster Schritt und gut, weil so viele Ländervertreter unterschrieben haben.“ Von Nachteil sei aber das Inkrafttreten erst im Jahr 2020. „Ich hätte mir aber viel härtere Forderungen und verbindlichere Ziele gewünscht“, sagt Roizenzon. Mit dem Thema Umweltschutz befasste sie sich erstmals intensiv während eines Praktikums bei einer Solarfirma. Dabei merkte sie, dass Klimaschutz jeden betrifft und man nicht einfach so weiter machen könne wie bisher.

In ihrem ersten Job nach ihrem Studium der Geografie und der Umweltschutztechnik traf sie in Waldenbuch auf Menschen, die sich für die Umwelt engagieren. „Es gibt eine sehr aktive Lokale Agenda Gruppe und das Energieteam, durch die Waldenbuch ja den European Energy Award bekommen hat.“ Neben der Bildungsarbeit in Schulen und der Organisation von Veranstaltungen berät Roizenzon pro Woche etwa zehn Bürger, wie sie Energie sparen können. „Ich bin die erste Anlaufstelle.“ So erzählt sie den Leuten, dass sie schon mit kleinen Maßnahmen wie einer LED Lampe sparen können. Wenn es sehr in die Tiefe geht, vermittelt sie die Bürger an andere Stellen. „Ich habe den Eindruck, dass Klimaschutz in Waldenbuch gut ankommt“, sagt Roizenzon. Für 2016 hat sie noch einiges vor: „Ich will ein energiepolitisches Leitbild erarbeiten.“ Serie Alle Jahre wieder stellt die Redaktion der Filder Zeitung in dieser Serie ganz unterschiedliche Menschen vor, die in den zurückliegenden zwölf Monaten etwas Besonderes – sei es in positivem oder negativem Sinn – erlebt haben.

Von Malte Klein

Das Energieteam kann neue Kraft tanken

Artikel aus der Kreiszeitung vom 22.03.2013

EEA-2012

Stadt Waldenbuch schreibt 50-Prozent-Stelle für einen Energiemanager aus - Prozess des European Energy Award geht weiter

Erleichterung beim ehrenamtlichen Energieteam von Waldenbuch. Die Arbeit kann weitergehen, nachdem der Gemeinderat mit klarer Mehrheit beschlossen hat, die 50-Prozent-Stelle eines Energiemanagers einzurichten, zunächst befristet auf drei Jahre. Die Ausschreibung soll unverzüglich folgen.

Der Manager soll das Energieteam und die Stadt bei der Umsetzung des energiepolitischen Arbeitsprogramms unterstützen und damit den Titel der "Klimaschutzkommune Waldenbuch" nachhaltig sichern helfen - 35 000 Euro werden eingesetzt. Damit kann der Prozess des European Energy Awards weitergehen; wie berichtet ist Waldenbuch die erste Kommune im Landkreis Böblingen, die diese Auszeichnung ergattern konnte. Das zuletzt erarbeite Maßnahmenprogramm wird im fortlaufenden Prozess regelmäßig überprüft - und der auf drei Jahre verliehene Award kann auch wieder entzogen werden.

Dass im Energieteam zuletzt der Akku leer war, daraus machte Sprecher Manfred Buddrus vor dem Gemeinderat keinen Hehl. Der erste Antrag, einen hauptamtlichen Energiemanager zu beschäftigen, war noch vor einem Jahr im Zuge der Haushaltsplanungen durchgefallen. Allzu lange sei das Team nun kommunalpolitisch hingehalten worden, so Buddrus, die Unsicherheit, wie es weitergehen soll, sei nach der erfolgreichen Auszeichnung mit dem Energy Award erdrückend gewesen. Ohnehin verstehe sich das Team nur als ausführendes Organ eines grundsätzlichen kommunalpolitischen Willens - und ohne diese Willenserklärung, Klimaschutzgemeinde sein zu wollen, könne keineswegs weitergearbeitet werden. Auch deshalb sei das letzte dreiviertel Jahr "so gut wie gar nichts mehr gemacht" worden, so Buddrus. "Wir benötigen diese Person. Wenn es heute kein Ja gibt für einen Energiemanager, dann wird es auch kein Energieteam mehr geben", redete er Klartext. Und er untermauerte diesen Anspruch durch Erfahrungen, die er erst vor kurzem bei einem Energiemanager-Meeting der KEA (Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg) gemacht hatte: "Unter 140 Teilnehmern war ich dort der einzige, der das im Ehrenamt macht."

Unterstützung fand Buddrus bei Bürgermeister Michael Lutz. Das Energieteam sei von der Stadtverwaltung in der Person Marco Noller "bis an die Grenzen des Machbaren" begleitet worden. "Wir würden gerne mehr Personal für diese Zukunftsaufgabe einsetzen", so Lutz, "das Thema ist aktueller denn je." Es sei jetzt an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen, ganz und gar ausgeschlossen sei, dass Hochbautechniker Noller seitens der Stadt diesen Job so nebenbei weiterhin erledige. Lutz machte aber auch klar, dass zurzeit keine Fördermittel für eine solche Personalstelle drin liegen.

Gabriele Wieser-Kick brach für die Freien Wähler eine Lanze pro Energieteam: "Das war viel ehrenamtlicher Einsatz in den letzten Jahren, das muss man begleiten", so ihr Statement. Zudem habe die Stadt hier auch eine Vorbildfunktion auszuüben.

Vor drei Jahren sei man sich einig gewesen, in punkto Klimaschutz nicht kleckern, sondern klotzen zu wollen, so Ingrid Münnig-Gaedtke für die SPD. "Wo ist der Mut und Weitblick von damals geblieben?" Sie sieht eine klare Win-Win-Situation für die Umwelt und - durch eingesparte Energiekosten - auch für die Stadtkasse. "Wir wissen jetzt doch, was wir tun müssen, da können jetzt nicht einfach aufhören."

Die CDU wollte der Personalstelle nur zustimmen unter dem Vorbehalt einer Bezuschussung - die gegenwärtig aber nicht in Aussicht steht. "Wir werden überwiegend dagegen stimmen", so Dietrich Ruckh.

Der Beschluss pro Energiemanager fiel am Ende dann mit 12 Ja-Stimmen, bei drei Enthaltungen und einer Nein-Stimme seitens der CDU doch sehr klar aus. Bürgermeister Lutz hatte am Ende dennoch einen Dämpfer auf Lager: "Ob überhaupt jemand zu finden ist, kann ich nicht sagen. Der Markt ist leergefegt."

Von Martin Müller

Öffnungszeiten

Tag Kontaktzeit
Mo. 7:30 -13:00 Uhr
Di. 13:00 -16:00 Uhr
Mi. 8:00 -12:00 Uhr
Do. 15:30 -18:30 Uhr
Fr. 8:00 -12:00 Uhr